Edward van de Vendel

 

 

Im Sommersemester 2010 war der niederländische Autor Edward van de Vendel einen Monat  in Wien. Edward wohnte in der Autorenwohnung der Alten Schmiede im fünften Bezirk - eine Gegend, die ihn mit ihrem Charme verzauberte. Nicht zuletzt aufgrund der Buchhandlung gleich gegenüber von seinem Appartement fühlte er sich schnell in Wien zu Hause. Vier Wochen lang konnte er Österreich kennen lernen und sich intensiv seiner Arbeit widmen.

Nach einem gemütlichen Willkommensabend auf der Nederlandistik war Edward regelmäßig in den Lehrveranstaltungen 'Übersetzen II' und 'Literaturwissenschaft Aufbau I: Toppers van de Nederlandstalige kinder- en jeugdliteratuur in het Duitse taalgebied' zu Gast. In der Lehrveranstaltung 'Übersetzen II' arbeiteten die StudentInnen eifrig an Edwards Kinderbuch 'Een verhaal met een tong' (Kidsbibliotheek, 2006), das noch nicht auf Deutsch übersetzt war. Die StudentInnen versuchten sich an verschiedenen Kapiteln und konnten ihre Fragen direkt mit dem Autor diskutieren, der sich nach vielen kniffligen und unvermuteten Übersetzungsschwierigkeiten zu dem Versprechen hinreißen ließ, in Zukunft schon beim Schreiben darauf Rücksicht zu nehmen. Im literaturwissenschaftlichen Proseminar stellte Edward seine Lieblingsbücher vor, zeigte sein Talent vorzulesen und ließ die StudentInnen an seinem großen Wissen über die niederländischsprachige Kinder- und Jugendliteratur teilhaben. Zusätzlich besuchte er die niederländische Schule in Wien. Dort, und auch an der Karl Franzens Universität in Graz, las er gemeinsam mit seiner Kollegin Bibi Dumon Tak aus eigenen Werken vor. Bibi, die 2010 mit Kuckuck, Krake, Kakerlake für den Deutschen Jugendliteraturpreis (Sparte Sachbuch) nominiert ist, konnte den StudentInnen das vor ihrem Besuch nur am Rande behandelte Sachbuch näherbringen.

Abgeschlossen wurde Edwards Besuch mit einer Diskussionsrunde bei der Jury der jungen LeserInnen im Literaturhaus in Wien. Die ca. 15-jährigen Mädchen, die unter der Leitung von Mirjam Morad Literatur lesen und auch beurteilen, hatten zwei Romane von Edward gelesen und zeigten sich sehr begeistert von seinem Werk. Weiters gab Edward an seinem letzten Abend in Wien mit freundlicher Unterstützung des Instituts für Jugendliteratur und der Königlichen niederländischen Botschaft eine Lesung im Kinderliteraturhaus (Mayerhofgasse, 1040 Wien). Dort konnten die BesucherInnen noch einmal Edwards Talent vorzutragen und zu erzählen genießen, bevor Edward seinen Aufenthalt gemeinsam mit StudentInnen und DozentInnen entspannt ausklingen ließ.

"Voor mij was het heel leuk dat ik de mogelijkheid had Edward van de Vendel te ontmoeten. Daardoor heb ik ook een idee wie achter de naam staat." (Studente Nederlands)

Edward van de Vendel debütierte 1996 mit Poesie für Kinder (Betrap me, 1996) und ist fester Bestandteil der niederländischen Kinder- und Jugendliteratur-Szene, wie sich in den vielen Preisen für sein umfangreiches Werk zeigt. Mehrmals hat er den 'Gouden Zoen' (bestes Jugendbuch für 12-16-Jährige) oder den 'Zilveren Griffel' (bestes Kinderbuch) erhalten. 2004 wurde Superguppie, ein Gedichtband für Kinder, mit dem 'Woutertje Pieterse Prijs' belohnt.
Edward van de Vendel wurde bereits mehrfach ins Deutsche übersetzt. 2005 war er mit Was ich vergessen habe (Wat ik vergat, 2001) für den Deutschen Jugendliteraturpreis (Sparte Kinderbuch) nominiert.
Mehr Informationen zu Edward van de Vendel unter: www.edwardvandevendel.com.