Die Nederlandistik an der Universität Wien

Bericht über das Studienjahr 2018/2019

(Stand November 2019)

 

1.      Vorwort

 

Das vergangene Studienjahr kann nicht wirklich als Erfolg bezeichnet werden. Wie bereits berichtet, hat das Rektorat der Universität Wien vor einiger Zeit beschlossen, die Nederlandistik zu schließen. Wir haben alles Mögliche getan, um dieses Schicksal von uns abzuwenden, aber es ist nicht gelungen. Ende 2018 wurde zwar noch eine neue Professur (Nachfolge Van Uffelen) ausgeschrieben, aber ernannt wurde schließlich niemand. Die Universität war der Meinung, dass keine geeignete KandidatInnen gab. Dies hing vermutlich auch damit zusammen, dass der neue Professor / die neue Professorin sowohl für die Nederlandistik als auch für die Germanistik hätte arbeiten müssen. Möglicherweise wäre das Verfahren bei einer Ausschreibung nur für die Nederlandistik anders gelaufen. Aber wir müssen nun mit der Tatsache leben, dass das Fach geschlossen ist. Niemand kann sich mehr inskribieren. Die bereits eingeschriebenen Studierenden haben nun noch drei Jahre, um ihr Studium abzuschließen. Bis dahin bleibt Herbert Van Uffelen Leiter der Abteilung. In dieser Periode wird er auch versuchen, im Bereich der Erweiterungscurricula wenigstens Teile der Nederlandistik zu erhalten bzw. etwas Neues für die Nederlandistik zu organisieren Zugleich wird er eine Abteilung suchen, die diesen Bereich unter ihre Obhut nehmen will. Hoffen wir, dass dies gelingt!

Trotz all dieser – sagen wir’s wie es ist – sehr bedauerlichen Entwicklungen haben wir 2018/2019 doch auch Positives verwirklicht.

Hier sei zunächst die Digital Library and Bibliography for Literature in Translation and Adaptation (DLBT) genannt. Die Website dieses Projektes ist seit Juli 2019 online und ermöglicht den Zugang zu ca. 45.000 Items (Titel, Rezeptionsdokumente usw.) von und über niederländische Literatur in Übersetzung und Bearbeitung. Das Projekt wurde u.a. mit Mitteln des FWF und der Taalunie realisiert, wofür wir sehr herzlich danken. Ferner haben wir im Sommersemester 2019 einen sehr erfolgreichen internationalen Workshop organisiert mit dem Thema ‚Vormen van lezen‘. Teilgenommen haben verschiedene ProfessorInnen aus den Niederlanden und Flandern; ebenso lieferten Wiener PraeDocs Beiträge aus ihrer laufenden Forschung.

Ein großer Erfolg war auch die UniVie-Summerschool, die 2019 zum vierten Mal unter dem offiziellen Label univie:summerschool stattfand. Teilgenommen haben neben Wiener Studierenden und DozentInnen zahlreiche Studierende aus Mittel-Europa. Die TeilnehmerInnen beschäftigten sich mit  dem Thema  ‘Literatuur en literatuurwetenschap in de 21e eeuw.

Schließlich darf hier auch das Symposium ‚Tussen de regels‘ nicht unerwähnt bleiben, welches im Mai 2019 im Rahmen des Abschieds von Herbert Van Uffelen als Professor und Leiter der Nederlandistik an der Universität Wien organisiert wurde. Dank zahlreicher Beiträge aus Belgien, Deutschland, den Niederlanden und Mittel-Europa sowie vieler KollegInnen aus dem In- und Ausland, die Herbert Van Uffelen durch Ihre Teilnahme an dem Symposium für seine Verdienste um die Nederlandistik in Wien wie auch um die internationale Niederlandistik geehrt und gefeiert haben, wurde  dieses Symposium zu einem großen Erfolg. Dass der Abschied von Herbert Van Uffelen von der Wiener Universität noch kein endgültiger werden würde, war zu diesem Zeitpunkt noch nicht absehbar.

Die gerade eingeläutete neue – wir sind inzwischen wieder ins Hauptgebäude zurückgezogen (ob wir da wohl bleiben können?) - und hoffentlich nicht letzte Phase der Nederlandistik in Wien steht also nicht nur unter einem schlechten Stern. Positiv zu vermelden ist z.B., dass das Team der Nederlandistik eine neue Sekretärin bekommen hat. Sie folgt Gabi Takerer, die im letzten Vierteljahrhundert die administrative Zentrale der Abteilung für Nederlandistik an der Uni Wien geleitet hat, nach. Auch ihren Abschied haben wir gebührend gefeiert. Danke Gabi, für deinen Einsatz über all diese Jahre hinweg! Ohne dich wäre so Einiges nicht realisierbar gewesen. Danke auch an Christina Regorosa, die uns nahezu gleichzeitig mit Gabi verlassen hat. Ohne ihre Unterstützung in den letzten Jahren wären wir in vielen Projekten nicht so weit gekommen. Und schließlich möchten wir noch Bianca Petz danken, die uns in den letzten Jahren als Tutorin unterstützt hat (leider können wir sie jetzt nicht mehr weiter beschäftigen). Und natürlich gilt unser Dank auch den MitarbeiterInnen des Projektes DLBT (Isabel Ritter, Patricia Grill, Xaver Kursawa, Theresa Gleichweit), die in den letzten Jahren im Hintergrund Wesentliches für die DLBT geleistet haben. In diesem Zusammenhang begrüßen wir nun abschließend Daria Wilke, die uns bei der Koordination der DLBT in Zukunft unterstützen wird. Sie hat sich bereits gut eingearbeitet und wir freuen uns auf die Zusammenarbeit.

 

2. Studienrichtung Nederlandistik

 

2.1 Studierendenentwicklung

In der Studienrichtung Nederlandistik waren im November 2019 ca. 150 Studierende inskribiert (BA, MA, Phd). Das Erweiterungscurriculum der Nederlandistik „Einführung in die niederländische Sprache und Kultur“ ist eine Art Bachelor Minor im Umfang von 15 ECTS und umfasst Spracherwerb Niederländisch I und eine Einführung in Kultur und Geschichte des niederländischen Sprachraums. Aktuell (November 2019) waren ca. 160 Studierende für dieses EC registriert. Seit WS 2016 bieten wir ein zweites Erweiterungscurriculum an, welches auch Studierenden anderer Fächer die Zulassung für das Masterstudium Nederlandistik ermöglichen soll.

Nederlandistik ist also nach wie vor gefragt, aber wie gesagt, das Studium ist geschlossen. Die Anzahl der Studierenden wird in absehbarer Zeit rapide abnehmen. Wir hoffen, dass sich nun rasch neue Perspektiven für die Nederlandistik eröffnen werden.

Informationen über die Studienpläne der Nederlandistik sind auf der Website http://www.ned.univie.ac.at zu finden.

 

2.2 DCC – Dutch Language, Literature and Culture in a Central European Context

Seit der Änderung des BA-Curriculums Nederlandistik ist DCC kein eigenständiger Studienzweig mehr. Stattdessen können Studierende nun wählen, ob sie einen DCC-Schwerpunkt („Track“) innerhalb des Nederlandistikstudiums setzen wollen. Wie viele Studierende derzeit davon Gebrauch machen, kann im laufenden Studienjahr nicht festgestellt werden. Erst nach Abschluss des Studiums wird sich zeigen, welchen Schwerpunkt die Studierenden gewählt haben. Wir gehen aber davon aus, dass die Anzahl der DCC-Studierenden in etwa gleich bleiben wird.

DCC wird nach 2017 (bis 2022) fortgeführt werden und die ELTE (Budapest) wird als neuer Partner in das Netzwerk aufgenommen. Der neue Vertragstext wurde mit den zuständigen Instanzen abgestimmt. Mitte 2017 haben die assoziierten Partneruniversitäten unterschrieben.

 

E-Learning

Im Rahmen von DCC wurden folgende E-Learning-Kurse für das Mastercurriculum entwickelt:

·         Methoden und Techniken

·         Aktuelle Themen und Theorien der Sprach- und Literaturwissenschaft.

Diese Kurse sind im Wintersemester 2017 online gegangen und wurden in 2018/2019 erneut angeboten.

Für das Bachelorprogramm wird die ELTE E-Learning-Module zu folgenden Themen entwerfen:

·         Moderne Sprachwissenschaft

·         Kinderliteratur

·         Literatur und Malerei

Als Open Education Ressources (MOOCS) wurden die folgenden Kurse entwickelt:

·         Spracherwerb (WELKOM)

·         Gent in gedichten

·         Humor

 

Univie:summerschool – Doctoral school „De dynamiek van receptie”

Mit finanzieller Unterstützung von CEEPUS wurde vom 12. bis zum 19. Juli 2019 ein Workshop für DoktorandInnen organisiert („Literatuur en letterkunde in de 21ste eeuw“). Der Workshop, der das Label univie:summerschool erhielt, fand in Wien statt. Teilgenommen haben insgesamt 20 Studierende aus CEEPUS-DCC-Ländern.

Insgesamt sind derzeit (Stand November 2019) für DCC international ca. 20 StudentInnen inskribiert.

Mehr Informationen zu DCC finden Sie auf der DCC-Website (http://dcc.ned.univie.ac.at).

 

3. Die Abteilung für Nederlandistik

 

3.1. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Studienjahr 2018/19

 

  • Univ.-Prof. Dr. Herbert Van Uffelen
    (Leiter der Abteilung Nederlandistik, Literaturwissenschaft, Vizestudienprogrammleiter)
  • Gabriele Takerer (Sekretariat)
  • Christina Regorosa (Sekretariat)
  • Dr. Christine Kasper (Bundeslehrerin, Freistellung – Betriebsrat) 

AssistentInnen:

  • Marlou de Bont, BA MA MA (Universitätsassistentin/prae doc, Literaturwissenschaft)
  • Claudia Zeller MA (Universitätsassistentin/prae doc, Literaturwissenschaft) seit 15.01.2018

LektorInnen:

  • ddrs. Emmeline Besamusca (Lektorin, Kultur und Geschichte)
  • Lic. Catharina E. Loader (Lektorin, Afrikaans)
  • drs. Julia Sommer (Lektorin, Sprachunterricht)
  • Lic. Nele Rampart (Lektorin, Sprachunterricht)
  • Dr. Ute Van Uffelen (Lektorin, Literaturwissenschaft, Didaktik, Rezeption)

TutorInnen:

  • Bianca Petz
  • Xaver-Maria Kursawa

ProjektmitarbeiterInnen:

  • Patricia Grill
  • Xaver Kursawa
  • Christina Regorosa
  • Isabell Ritter

PraktikantInnen:

Die Kooperation mit der Thomas More Hogeschool Kempen läuft weiter,  in diesem Studienjahr waren  jedoch keine Praktikantinnen in Wien.

Im Rahmen des Moduls 6 ‘Projekt‘ des Masterstudiengangs Nederlandistik an der Universität Wien hat Franziska Vehling im Wintersemester 2018/19 in einigen Einheiten der Sprachkurse II und III von Julia Sommer die Methode TPRS auf den universitären Spracherwerb angewendet und kritisch reflektiert. Sie wurde dabei von Julia Sommer und Ute Van Uffelen begleitet.

 

3.2 Gastvorträge/Kolloquien, Aktivitäten, Bibliothek

 

3.2.1 Internationales Studentendiktat der niederländischen Sprache

Am 9. April 2019 fand das internationale Studentendiktat der niederländischen Sprache statt. Teilgenommen haben insgesamt 16 Universitäten in 10 Ländern in Europa. Das internationale Studentendiktat stand unter der Schirmherrschaft von Comenius, der Nederlandse Taalunie, der diplomatischen Vertretungen Flanderns und der Niederlande. Der Hauptpreis wurde von Van Dale uitgevers gestiftet.

Die Abteilung für Nederlandistik nahm in diesem Jahr zum vierten Mal daran teil. Es haben sich 20 Studierende angemeldet. Es gab auch 4 TeilnehmerInnen, die sich außer Konkurrenz dieser Herausforderung stellten. Der Text des diesjährigen Studentendiktats wurde von der niederländischen Schriftstellerin Gerdien Verschoor verfasst. Der niederländische Fernsehmoderator Philip Freriks hatte diesen Text vorgelesen, wovon wir eine Aufnahme als mp3 erhielten. Danach diktierte Julia Sommer, Sprachdozentin an der Wiener Nederlandistik, den Text nochmals langsam zum Mitschreiben.

 

1. Platz: Lisa Klöpper

2. Platz (ex aequo): Noël Roy Ilias, Martina Kadlečíkova, Zaneta Lomza

 

Die Preisverleihung fand am 6. Mai 2019 an der Abteilung für Nederlandistik statt. Zunächst präsentierte Julia Sommer den Text des diesjährigen Studentendiktats sowie einige lustige und kreative „Rechtschreibvarianten“. Danach überreichten Herr Brian Huijts (niederländische Botschaft) und Herr David Maenaut (flämische Repräsentanz)  die Preise. Der Gewinner erhielt ein Jahr lang gratis Zugang zum Online-Wörterbuch „dikke Van Dale“, für die zweiten Plätze gab es Bücher, CDs und „goodies“ von der niederländischen Botschaft und der flämischen Repräsentanz . Im Anschluss wurde bei Kaffee und Keksen das diesjährige Studentendiktat nachbesprochen.

 

3.2.3 Gastvorträge

Die Gastvorträge in diesem Jahr fanden alle im Rahmen des Workshops ‚Vormen van lezen‘ und im Rahmen des Symposiums ‚Tussen de regels‘ statt.

 

3.2.3.1 Vormen van lezen

Der Workshop fand vom 22.5.2019 bis zum 23.5.2019 statt. Der Workshop wurde finanziell unterstützt von der Universität Wien, der Universität Leuven und der Taalunie.

 

Programm

 

Mittwoch

22.5.2019

 

 

 

10.00 - 11.30

Dirk de Geest: Letter-lijk lezen - Gedichten om te oefenen

11.30 - 13.00

Bart Vervaeck: Zin en onzin van de narratologie als leeswijze

13.00 - 14.00

Lunch

14.00 - 15.30

Claudia Zeller: Ecologisch lezen

15.30 - 17.00

Mary Kemperink: De literaire analyse van homoseksuele bekentenissen in medische handboeken

Donnerstag

23.5.2019

 

 

 

10.00 - 11.30

Gillis Dorleijn: De lectuur van een tekst uit een institutioneel perspectief

11.30 - 13.00

Carl de Strycker: Intermediaal lezen

13.00 - 14.00

Lunch

14.00 - 15.30

Marlou de Bont: Gevoelens lezen

15.30 - 17.00

Herbert Van Uffelen: Het ronde en het vierkante raam

 

3.2.3.1 Tussen de regels

 

3.2.4. Bibliothek

Die Bücher der Nederlandistik können über den Onlinekatalog bestellt werden. Nachschlagewerke (z.B. Wörterbücher) stehen im Freihandmagazin der FB Germanistik und können dort verwendet, allerdings nicht entlehnt werden. Dies gilt auch für die letzten 10 Jahrgänge der folgenden Fachzeitschriften: Nederlandse Letterkunde, Spiegel der Letteren, Ons Erfdeel, Kunsttijdschrift Vlaanderen, Revolver, De Parelduiker, Internationale Neerlandistiek, Tijdschrift voor Nederlandse Taal- en Letterkunde, Nederlandse Taalkunde. Alle anderen Zeitschriften müssen vor der Benützung über den Onlinekatalog bestellt werden und dürfen nur in den Räumen der Bibliothek verwendet werden.

Im Studienjahr 2018/19 hat die Nederlandistik-Bibliothek erneut an Umfang zugenommen. Dies ist nicht zuletzt darauf zurückzuführen, dass wir das uns zur Verfügung stehende Bibliotheksbudget wie immer optimal genützt haben.

Die Verantwortung für die Bibliothek lag im Studienjahr 2018/1 bei Claudia Zeller.

 

4. Mobilitätsprogramme und Auslandsstipendien

 

4.1 LLP/Erasmus

Im Rahmen des LLP (Life-Long Learning)/Erasmus-Programms unterhielt die Nederlandistik im Jahr 2018/19 Kontakte zu folgenden Universitäten:

  • Nijmegen (Radboud Universiteit Nijmegen)
  • Leuven (Katholieke Universiteit)
  • Louvain-la-Neuve (Université Catholique de Louvain)
  • Antwerpen (Universiteit Antwerpen)
  • Bratislava (Comenius Universität Bratislava)
  • Brno (Masaryk Universität)
  • Budapest (Károli Gáspár Református Egyetem)
  • Olomouc (Palacký Universität)

Mit diesen Universitäten ist sowohl ein Studierenden- als auch ein Lehrenden-Austausch vereinbart, welche es interessierten Studierenden der Nederlandistik ermöglichte, einen mehrmonatigen Studienaufenthalt in den Niederlanden, in Flandern oder an mitteleuropäischen Nederlandistikinstituten zu verbringen und vice versa. Auch Studierende des DCC-Curriculums der Nederlandistik machten von dieser Möglichkeit Gebrauch, um ihr obligatorisches Auslandssemester an einer Partneruniversität zu absolvieren.

 

4.2 CEEPUS

Herbert Van Uffelen koordiniert seit vielen Jahren das CEEPUS-Netzwerk CIII-AT-0012 – Language and literature in a Central European context, das Studierenden und Lehrenden Auslandsaufenthalte in Mittel- und Südosteuropa ermöglicht. Beteiligt sind 19 Universitäten aus Belgrad, Bratislava, Brno, Budapest (ELTE), Budapest (KRE), Bukarest, Debrecen, Krakau, Ljubljana, Lublin, Novi Sad, Olomouc, Poznan, Prag, Szeged, Warschau, Wrocław, Zagreb und natürlich Wien.

Im Rahmen dieses Netzwerkes wird durch den Austausch von Studierenden und Lehrenden die Zusammenarbeit zwischen den beteiligten Instituten – Nederlandistik, Finno-Ugristik und Slawistik sowie seit 2014/15 Austrian Studies – gestärkt.

Dadurch soll einerseits ein Beitrag zur Verbesserung der Sprachkenntnisse der österreichischen DCC-, Slawistik- und Finno-Ugristik-StudentInnen geleistet werden, andererseits soll aber auch den Studierenden aus nicht-deutschsprachigen Ländern die Möglichkeit geboten werden, ihre Niederländisch- und Deutschkenntnisse während eines Studienaufenthalts in Wien zu vertiefen. Vor allem für Studierende in Joint-Degree-Programmen wie DCC bietet CEEPUS eine ideale Möglichkeit, ihr Pflichtsemester an einer der Partneruniversitäten zu verbringen. Auch Lehrende nutzen diese Möglichkeit, um 1 bis 4 Wochen an einer der Partneruniversitäten zu unterrichten.

Im Studienjahr 2018/19 konnten im Rahmen unseres CEEPUS-Netzwerkes insgesamt 216 Stipendienmonate an Studierende, PhD's und DozentInnen vergeben werden.

Unsere gemeinsamen Bemühungen im Bereich der Studierenden- und Dozentenmobilität wurden auch von offizieller Seite anerkannt: Unser Netzwerk hat 2010 den Ceepus Ministers' Prize for Excellence gewonnen. Dieser Preis wird alljährlich von den BildungsministerInnen der am Ceepus-Programm beteiligten Staaten vergeben. Auch wenn es sich dabei „nur“ um einen ideellen Preis handelt, der mit keinerlei finanziellen Mitteln verbunden ist, freuen wir uns doch sehr über diese offizielle Anerkennung für unsere Bemühungen um eine verstärkte Mobilität von Studierenden und Lehrenden in Mittel- und Südosteuropa und für unseren Beitrag zur Stärkung der Lehre von weniger weit verbreiteten Sprachen. Dies ist nach 2005 bereits das zweite Mal, dass unserem Netzwerk der Ministerpreis zuerkannt wurde, und darauf dürfen wir – so meinen wir – auch ein wenig stolz sein.

Ein ganz besonderer Erfolg für CEEPUS und DCC in diesem Jahr war, dass wir mit CEEPUS-Stipendien vom 12.-19. Juli 2019 die doctoral school („Literatuur en letterkunde in de 21ste eeuw“) in Wien anbieten konnten. Diese doctoral school zum Thema „Literatur und Literaturwissenschaft im 21. Jahrhundert“ wurde in Kooperation mit der ELTE, Comenius und Eastbound organisiert.

Auch für das Studienjahr 2019/2020 stehen wieder Stipendien für eine univie:summerschool („Vertaling en/als adaptatie“) zur Verfügung. Die teilnehmenden Studierenden und DozentInnen wurden bereits selektiert, und wir freuen uns schon jetzt auf die Summerschool 2020.

 

4.3 Stipendien (Niederlande/Belgien)

Sowohl für Belgien als auch für die Niederlande stehen längerfristige Stipendien zur Verfügung. Unter anderem gibt es in diesem Rahmen Stipendien speziell für NederlandistInnen.

 

4.4 Sommerkurs der „Nederlandse Taalunie“

Am Sommerkurs der „Nederlandse Taalunie“ in Gent („taal, cultuur en beroep“) nahmen vom 4. - 17-. August 2019 vier Studierende der Wiener Nederlandistik teil.

 

4.5 Comenius-Sommerkurs in Zagreb

2019 nahm ein Studierender aus Wien vom 1. – 14. Juli 2019 am Comenius-Sommerkurs in Zagreb teil.

 

5. Projekte

 

5.1 DLBT

Die Daten aus „Literatur im Kontext“ haben in einem neuen Projekt - „Digital Library and Bibliography for Literature in Translation“ (DLBT) – neue Verwendung gefunden.

Dieses Projekt ist eine Kooperation zwischen der Nederlandistik in Wien, der Universitätsbibliothek Wien und dem Zentralen Informatikdienst der Universität Wien. Gemeinsam mit EASTBOUND/CODL wird die Abteilung Nederlandistik mit der DLBT eine neue Datenbank zur Literatur in Übersetzung im weitesten Sinn des Wortes entwickeln.

Das Projekt wurde auch in diesem Studienjahr vom FWF und von der Nederlandse Taalunie gefördert.

Die „Digital Library and Bibliography of Literature in Translation“ (DLBT) ist eine neue Datenbank und Infrastruktur für die Analyse der komplexen Beziehung zwischen Originalen und deren Übersetzungen. Der Katalog und das Portal der DLBT erleichtern den Zugang zu Übersetzungen und deren Rezeptionsdokumenten, indem die Texte in einer digitalen Bibliothek zugänglich gemacht werden. In der DLBT werden nicht nur der digitalisierte Inhalt und die bibliografischen Metadaten der Übersetzungen präsentiert, sondern auch Informationen über die materiellen Charakteristika der Ausgabe (Umschläge, Illustrationen usw.) und die Nachwirkungen der Texte im öffentlichen Diskurs.

Auch Bearbeitungen in anderen Medien (Filme, Theater) werden in der DLBT verzeichnet. Das interaktive Forschungsportal der DLBT ermöglicht den NutzerInnen, Ergänzungs- und Korrekturvorschläge anzubringen, die von der Redaktion bearbeitet werden können. Spezielle Tools ermöglichen es, Statistiken anzufertigen und die Beziehungen zwischen literarischen Werken und ihren Übersetzungen, sowie zwischen Übersetzungen und ihren ÜbersetzerInnen und VerlegerInnen visuell aufzuarbeiten. Dies ermöglicht es, den Kulturtransfer, der für das Phänomen der Literatur in Übersetzung wesentlich ist, besser nachvollziehbar zu machen.

Die Website der DLBT  - https://dlbt.univie.ac.at/ - ist nun offiziell online.

Die Ausrichtung der DLBT entspricht den aktuellen Bedürfnissen in den Digital Humanities, indem sie den offenen Zugang zu Bibliographien, Metadaten, digitalisierten Texten und Bearbeitungen übersetzter Literatur ermöglicht. Als Tor zur Literatur in Übersetzung und deren Rezeption wird sich der innovative Service der DLBT zu einem unverzichtbaren Werkzeug zur Erforschung der Verbreitung und Rezeption von Literatur in Übersetzung entwickeln.

Für die Periode 2018/2020 ist in Kooperation mit der Niederländischen Philologie in Berlin eine Erweiterung der DLBT mit Daten und Texten aus dem 17. Jahrhundert geplant.

 

6. Certificaat Nederlands als Vreemde Taal (CNaVT)

Für das CNaVT waren vier externe Kandidatinnen angemeldet, die am 10. Mai 2019 an der Nederlandistik das Examen absolvierten. Drei KandidatInnen absolvierten die Profilprüfung Maatschappelijk Formeel (FORM, Niveau B1), ein Kandidat die Profilprüfung Educatief Startbekwaam (STRT, Niveau B2). Alle Prüfungen wurden von Julia Sommer durchgeführt.

 

 

7. Afrikaans

 

7.1 Lehre

 

Wie schon in früheren Semestern, konnten die Studierenden auch im Studienjahr 2018/19 wieder zwei Kurse in Afrikaans absolvieren.

Wintersemester 2018/19: „Afrikaans Kultur und Literatur durch die Augen einer Kamera“

Sommersemester 2019: „Afrikaans: Ein Erbe aus Europa, Asien und Afrika“

 

Ausführliche Informationen über den Inhalt der Studienprogramme von Afrikaans sind auf der Website der Nederlandistik zu finden.

Über die Lernplattform Moodle wurden die Kurse mit entsprechenden Informationen und Übungen angeboten.

Neben Studierenden der Nederlandistik und anderen Abteilungen der Universität, haben auch einige Ceepus- und Erasmus-StudentInnen beide Kurse absolviert. So wird die Kenntnis dieser jungen germanischen Sprache auch außerhalb Österreichs verbreitet.

Die Studierenden zeigten sich wie bisher sehr zufrieden mit dem Kurs, wie aus dem Bewertungsbericht hervorgeht.

 

7.2 Projekte

 

Besuch aus Südafrika

Prof. W.A.C. Carstens, ein bekannter Afrikaans-Experte, besuchte uns am 7. Mai 2019 und hielt einen Vortrag über Afrikaans als Sprache Afrikas und wie es in das sozio-historische Umfeld passt. Es war Teil seiner Europa-Tournee, Afrikaans vorzustellen und Informationen über die aktuelle Position von Afrikaans in Südafrika und der Welt zu vermitteln. Es war ein sehr erfolgreiches Projekt und führte zu interessanten Diskussionen.

 

Projekt  Kortpad-Afrikaans (Shortcut Afrikaans)

Kortpad-Afrikaans, eine grundlegende Grammatik, ist derzeit in der Endphase und wird in 2020 gedruckt. Das erste Arbeitsbuch, Kortpad-praatjies, ein afrikaanses Arbeitsbuch für Anfänger, wird derzeit geschrieben und ist Teil von der TipTopper-Serie.

 

Audiovisuelles Programm für Lehrende in Wien

Dieses Programm ist für Afrikaans-Studierende unter dem Titel Taalreis auf Moodle zugänglich und wird laufend weiterentwickelt.

 

7.3 Website: Afrikaans in Europa (AiE)


Angesichts der veränderten Position der Niederlandistik an der Universität Wien ist geplant, in den kommenden Semestern ein neues Zuhause für das Internet Afrikaans in Europa (aie.ned.univie.ac.at) zu finden.

In Planung sind (aber noch nicht bestätigt):

·         Die Zusammenarbeit mit der neu gegründeten IVA (Internationale Vereinigung für Afrikaans) und der Universität Gent.

·         Die erneute Veröffentlichung von Afrikaans: Literatur im Kontext.

 

7.4 Afrikaans in Europa und Facebook

 

Diese Facebook-Seite wächst ständig und gefällt derzeit fast 400 Personen. Auf diese Art und Weise werden Informationen über Afrikaans in Europa und an der Universität Wien verbreitet.

 

7.5  Kontakte


Es ist noch genau wie im vorigen Jahr: Existierende Kontakte in Südafrika sowie Kontakte mit
 Friends of South Africa (FoSA, dem südafrikanisch-österreichischen Verein in Wien), der Universität Salzburg (Abteilung Anglistik) und den Fachbereichen für Afrikanistik und Anglistik in Wien wurden gepflegt. Catharina Loader ist auch regelmäßig in Kontakt mit  Zuid-Afrika Huis Nederland.

 

7.6 Beirat


Als Angehörige des Beirates von
 LitNet Akademies, einer akkreditierten Online-Zeitschrift, versucht Catharina Loader die Interessen unseres Instituts zu vertreten.

 

7.7 Veröffentlichungen im Bereich Afrikaans

 

Verschiedene Kurzartikel sind auf der Website Afrikaans in Europa erschienen und werden laufend überarbeitet und ergänzt. Neue Berichte werden auch laufend für Taalreis (ein audiovisuelles Programm für Studierende) verfasst.

In Planung: Kortpad-Afrikaans (in 2020 zu erschienen) und sonstige Arbeitsbücher.

 

8. Kooperationen

Neben den Kooperationen in den bereits genannten und näher beschriebenen Projekten (DCC, DUTCH++) kooperierte die Abteilung für Nederlandistik auch noch mit anderen Forschungsinstitutionen und Verbänden außerhalb der Universität:

·         Olith

·         Fachverbände:

Comenius, Niederlandistenverband im deutschsprachigen Raum (NLV) und IVN („Internationale Vereniging voor Neerlandistiek“): individuelle Mitgliedschaft der Institutsangehörigen, Mitarbeit im Vorstand, Beiträge zu Konferenzen und Doktorandenkolloquien.

 

9. Publikationen und Vorträge

 

9.1 Wiener Schriften

Von der Wiener Nederlandistik werden unter der Herausgeberschaft von Herbert Van Uffelen zwei Reihen herausgegeben:

  • Wiener Broschüren zur niederländischen und flämischen Kultur (seit 2005 nur noch in digitaler Form)
  • Wiener Schriften zur niederländischen Sprache und Kultur (Praesens-Verlag).

 

9.2 Vorträge und Tagungsbeiträge der MitarbeiterInnen

27. November 2019:

Claudia Zeller, ‘Kleverig drama: nieuwe ecokritische perspectieven in de poëzie van Dominique De Groen.’ Cross Over/Caran, Anton de Kom Universiteit van Suriname, Paramaribo, Suriname.

 

7. November 2019:

Claudia Zeller, ‘The Imitation Game. Posture, Pretence and the Curious Case of Russian Pseudonyms in Dutch Literature.’ ALCS Conference Worlding the Low Countries, University College London, UK.

 

25. September 2019:

Claudia Zeller, ‘Over arbeid en bureaucratie. Perspectieven uit de hedendaagse Nederlandse literatuur.’ Gastseminar Lesungsreihe ‘Elck syn waerom’, ELTE Budapest, Ungarn.

 

31. Mai 2019:

Claudia Zeller, ‘Performance mens: mens-zijn als bureaucratische performance in Geschiedenis van een berg van Peter Verhelst.’ Bruggen Slaan – Regionaal Colloquium Neerlandicum, Comenius Universiteit Bratislava, Slowakei.

 

22. Mai 2019:

Claudia Zeller,Ecologisch lezen.Workshop ‘Vormen van lezen’, Universität Wien.

 

23. Mai 2019:

Marlou de Bont, ‘Gevoelens lezen’. Workshop ‘Vormen van lezen’, Universität Wien.

 

23. Mai 2019:

Herbert Van Uffelen, ‘Het ronde en het vierkante raam’. Workshop ‘Vormen van lezen’, Universität Wien.

 

24. Mai 2019:

Herbert Van Uffelen, ‘’Inzwischen’ ruht der Fischer’. Symposium ‘Zwischen den Zeilen’, Universität Wien.

 

10. Teilnahme an Konferenzen und Seminaren

 

·         OSL Schrijfcursus voor geesteswetenschappers: Framen, schrappen en herschrijven. 7. – 11. Januar 2019, Universiteit Utrecht.

Claudia Zeller hat teilgenommen.

 

·         Bruggen Slaan – Regionaal Colloquium Neerlandicum, 29. Mai – 1. Juni 2019, Comenius Universiteit Bratislava, Slowakei.

Claudia Zeller hat teilgenommen und vorgetragen.

 

·         13th Biennial Conference of the Association for Low Countries Studies: Worlding the Low Countries, 6. – 8. November 2019, University College London

Claudia Zeller hat teilgenommen und vorgetragen.

 

·         Dubbelconferentie CARAN/Cross Over: Biografische, literairhistorische en tekstuele perspectieven in heden en verleden van de trans-atlantische Neerlandistiek. 27. – 28. November 2019, Anton de Kom Universiteit van Suriname

Claudia Zeller hat teilgenommen und vorgetragen.

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